{"id":306,"date":"2009-06-05T17:29:04","date_gmt":"2009-06-05T15:29:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.speedyj.de\/?p=306"},"modified":"2009-06-05T17:29:04","modified_gmt":"2009-06-05T15:29:04","slug":"die-macht-der-strippen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.speedyj.de\/?p=306","title":{"rendered":"Die Macht der Strippen"},"content":{"rendered":"<p>Nein, es handelt sich hier nicht um einen erotischen Artikel. Es geht um die nackten &#8230; \u00e4hm, die reinen\u00a0Fakten. \ud83d\ude09 Wer also etwas anders als einen technischen Bericht erwartet, sollte woanders suchen.<\/p>\n<p><strong>Am Anfang war alles gut..<\/strong><\/p>\n<p>Anfang\u00a02007 stellte ich mir einen neuen Rechner zusammen. Dieser bestand unter anderem aus einem ASUS-Mainboard und zwei Festplatten von Western Digital. Da das Mainboard \u00fcber einen RAID-Controller verf\u00fcgt und mir die Geschwindigkeit bei Spielen und Dateioperationen wichtig ist, wurden beide Festplatten zu einem RAID-0-Array verbunden. Alles funktionierte wunderbar und ich war ein zufriedener Besitzer eines neuen PCs.<\/p>\n<p><strong>Der \u00c4rger begann &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Mitte 2008, als der Datendurchsatz meiner Festplatten merklich sank. Das System reagierte teilweise \u00fcberhaupt nicht mehr oder ben\u00f6tigte f\u00fcr Aufgaben mehrere Minuten, die normalerweise\u00a0im\u00a0Bruchteil einer Sekunde erledigt wurden. Nach den ersten Anzeichen erstellte ich sofort ein komplettes Backup, so dass ich vor Datenverlust gesch\u00fctzt war. Einige Wochen sp\u00e4ter konnte ich trotz mehreren Tests die Ursache des Problem noch immer nicht exakt bestimmten. Jedoch waren definitiv beide Festplatte betroffen.\u00a0Vom Geh\u00e4usehersteller war der Verbau der Festplatten in ein Schaumstofffach vorgesehen, welches die h\u00f6rbare Ger\u00e4uschentwicklung der Platten vermindern sollte. Zum Abf\u00fchren der entstehenden\u00a0W\u00e4rme wurde ein gro\u00dfes K\u00fchlblech an die Festplatten geschraubt. Da die Datenrate der Festplatte teilweise nur noch 1 &#8211; 2 MB\/s betrug,\u00a0war meine Vermutung, dass die K\u00fchlung der Platten nicht ausgereicht hat und daher die Elektonik kaputt gegangen ist.\u00a0Aufgrund der schwankenden Stabilit\u00e4t entschied ich mich\u00a0im September 2008, eine neue Festplatte zu kaufen. Diese war entsprechend gro\u00df um beide vorhandenen Platten zu ersetzen. Diesmal habe ich die Platte in einen normalen 3,5&#8243;-Schacht eingebaut.\u00a0So wollte ich W\u00e4rmeproblemen aus dem Weg gehen.\u00a0Noch eine Neuinstallation und R\u00fccksicherung meiner Daten durchgef\u00fchrt, und schon lief das System wieder fehlerfrei.<\/p>\n<p><strong>3 Monate sp\u00e4ter &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>begann das Spiel von neuem. Das System reagierte merklich langsamer. Da die Festplatte\u00a0nicht alt war und\u00a0ich schon\u00a03 Monate vorher\u00a0Festplatten ausgetauscht hatte, suchte ich\u00a0erneut\u00a0nach anderen Fehlern. Treiber und\u00a0Systemeinstellungen wurden \u00fcberpr\u00fcft. Nichts. Dann entschied ich mich\u00a0f\u00fcr ein BIOS-Update. Und da ASUS ein super Tool\u00a0f\u00fcr das Update unter Windows anbietet,\u00a0hab ich nat\u00fcrlich direkt im laufenden\u00a0Betrieb ein neues BIOS eingespielt. Doch dummerweise ist dabei etwas schiefgegangen. Nach dem L\u00f6schen konnte\u00a0das neue BIOS nicht\u00a0geschrieben werden.\u00a0Das Mainboard war danach nicht mehr zu gebrauchen.\u00a0Wenn man den Rechner einschaltete liefen zwar die Ger\u00e4te an, aber es\u00a0wurde vom BIOS weder die Grafikkarte initialisiert, noch sonst irgendwelche Signale ausgegeben.\u00a0Also am 20.12.2008 ein neues Mainboard von Gigabyte gekauft (was auf die Schnelle eben verf\u00fcgbar war) und eingebaut. Neuinstallation war zum Gl\u00fcck nicht notwendig.\u00a0Vorerst lief das System wie gewohnt.<\/p>\n<p>Etwas \u00fcber eine Woche sp\u00e4ter\u00a0begann das System jedoch wieder zu zicken. Nach Einbau des neuen Mainboards hatte ich vergessen, die S.M.A.R.T.-\u00dcberwachung der Festplatte zu aktivieren. Als ich\u00a0das\u00a0nachgeholt\u00a0hatte, wurde auch sofort ein Fehler von der Platte gemeldet. Ein direkter Umtausch der Festplatte im Gesch\u00e4ft war nicht m\u00f6glich. Die Festplatte m\u00fcsse durch\u00a0den Hersteller \u00fcberpr\u00fcft werden, was einige Wochen dauern kann. Daher habe ich am 30.12.2008 eine neue Festplatte gekauft und einige Tage sp\u00e4ter die defekte Platte an den Hersteller zur\u00fccksenden lassen. Nun f\u00fchrte ich wieder eine Neuinstallation durch und spielte meine pers\u00f6nlichen Daten auf. Das System lieft wieder ohne Fehler.<\/p>\n<p>6 Wochen sp\u00e4ter konnte ich mir beim Verk\u00e4ufer eine neue Festplatte abholen. Ich entschied mich, diese als zus\u00e4tzlichen Datenspeicher zu benutzen. Die Platte musste ich direkt unter der bereits vorhandenen Festplatte einbauen. Dabei stellte ich fest, dass ich das abgewinkelte SATA-Kabel der bisher vorhandenen Platte nicht weiter benutzen kann. Die neue Platte war dem Kabel einfach im Weg. Dem Gigabyte-Board waren jedoch orange SATA-Kabel ohne abgewickelte Stecker beigelegt. Also tauschte ich das Kabel der Hauptplatte entsprechend aus. Die neu eingebaute Festplatte hab ich weiterhin mit dem abwinkelten SATA-Kabel angeschlossen.<\/p>\n<p><strong>Bis Mai 2009 &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>war ich jedoch mit meiner neuen Datenfestplatte nicht so richtig zufrieden. Immer wieder zeigte sich ein Verhalten mit Daten\u00fcbertragungen zwisch 1 &#8211; 2.5 MB\/s. S.M.A.R.T.-Fehler wurden diesmal jedoch nicht gemeldet. Und zeitweise war auch ein performanter Zugriff m\u00f6glich. Aber ich nutzte die Platte nur selten. Doch dann konnte ich pl\u00f6tzlich auf k\u00fcrzlich gespeicherte Dateien nicht mehr zugreifen. Nun war es wieder an der Zeit f\u00fcr ein Backup. Danach versuchte ich mit Tools des Herstellers (Seagate) Licht ins Dunkel zu bringen. Wenn ich dort Langzeittests durchf\u00fchrte, schlugen diese immer fehl. Aber es gab keinen Fehlerhinweise oder \u00e4hnliches. Unter DOS blieben die Tests nach einigen Minuten einfach stehen und reagierten nicht mehr auf Eingaben.<\/p>\n<p>Somit brachte ich die Festplatte wieder zum H\u00e4ndler und schilderte die Symptome. Eine Woche sp\u00e4ter rief mich der H\u00e4ndler an. Die Platte habe man mehrere Tage getestet und dabei keinen Fehler feststellen k\u00f6nnen. Bei mir trat das Verhalten aber schon nach wenigen Minten auf. Diese Woche habe ich die Platte dann wieder abgeholt und im Rechner eingebaut. Sie zeigte das gleiche Bild wie zuvor. Unter DOS blieb die Testanwendung nach einigen Minuten einfach stehen.<\/p>\n<p>Da die Prim\u00e4re-Systemplatte jedoch fehlerfrei funktionierte, konnte ich ein generellen Fehler des Mainboards ausschlie\u00dfen. Mein n\u00e4chster Gedanke war, dass der Controlleranschluss des Mainboards defekt sei. Ich steckte die Platte daher an einen der vielen anderen SATA-Anschl\u00fcsse. Doch bei Tests stellte sich erneut das Verhalten ein, wenn auch erst nach einer viel l\u00e4ngeren Zeit. N\u00e4chster Schritt: Die Platte am Anschluss der funktionierenden Systemfestplatte testen. Da sich das Umstecken der Kabel auf dem Mainboard relativ schlecht bewerkstelligen lies, habe ich direkt das Kabel von der Systemplatte (die brauchte ich\u00a0f\u00fcr einen Test ja nicht)\u00a0an die Datenplatte angeschlossen. Der jetzt gestartete Langzeittest lief und lief und lief. Auch das vollst\u00e4ndige L\u00f6schen der Platte war nach 2 Stunden erfolgreich beendet. So richtig wollte ich aber nicht glauben, dass bis auf den ersten Anschluss des SATA-Controllers alle Anschl\u00fcsse defekt sind.<\/p>\n<p>Da bemerkte ich, dass ich an dem funktionierenden Anschluss das von Gigabyte mitgelieferte SATA-Kabel verwende. Im Gegensatz zur Datenplatte. Dort habe ich nachwievor das zum ASUS-Board geh\u00f6renden Kabel verwendet. Nachdem ich auch dieses Kabel ersetzt hatte, war das Nutzen der Datenplatte kein Problem mehr. Ich konnte es kaum glauben &#8230; und es kommt noch besser. Die vor einem Jahr als defekt eingestuften WD-Festplatten funktionieren mit dem neuen Kabel auch fehlerfrei.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Es zeigt sich mal wieder, dass man an die einfachste Fehlerursache, ein fehlerhaftes Kabel oder eine fehlerhafte Steckverbindung, erst zuletzt denkt. S\u00e4mtliche Festplattenproblem der letzten 1 \u00bd\u00a0Jahren sind vermutlich auf\u00a0den Einsatz dieser SATA-Kabel zur\u00fcckzuf\u00fchren.\u00a0Selbst die zur\u00fcckgegeben Festplatte, welche S.M.A.R.T.-Fehler gemeldet hat, ist vermutlich gar nicht defekt. Der S.M.A.R.T-Mechanismus \u00fcberwacht bestimmte Informationen der Festplatte und sobald diese zu oft aus dem zul\u00e4\u00dfigen Bereich laufen, wird ein Fehler signalisiert. Durch das Kabel herbeigef\u00fchrte Datenfehler k\u00f6nnten somit zur Anzeige eines Festplattenfehlers gef\u00fchrt haben, die Platte w\u00e4re jedoch v\u00f6llig in Ordnung.<\/p>\n<p>Und was ist nun der Unterschied zwischen den beiden verwendeten SATA-Kabeln?<\/p>\n<p>Ganz einfach. Die zuerst verwendeten SATA-Kabel haben keinen Clip-Verschluss und sehen wie folgt aus.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-309\" title=\"sata1\" src=\"http:\/\/blog.speedyj.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/sata1-300x207.gif\" alt=\"sata1\" width=\"300\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/blog.speedyj.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/sata1-300x207.gif 300w, https:\/\/blog.speedyj.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/sata1.gif 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die neueren Kabel hingegen sind mit einem zus\u00e4tzlichen Clip-Verschluss ausgestattet. Somit halten diese besser in den Buchsen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-310\" title=\"satacable\" src=\"http:\/\/blog.speedyj.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/satacable-300x257.jpg\" alt=\"satacable\" width=\"300\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/blog.speedyj.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/satacable-300x257.jpg 300w, https:\/\/blog.speedyj.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/satacable.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Kabel geh\u00f6ren mittlerweile zu den allt\u00e4glichsten Elektronikartikeln. Da vergisst man schnell,\u00a0dass auch diese wichtig sind.\u00a0Und bei den hohen \u00dcbertragungsraten von 3 GB\/s &#8222;Macht&#8220; eine kleine Halterung den Unterschied.<\/p>\n<p>Gekostet hat mich diese Erfahrung \u00fcbrigens\u00a0rund\u00a0300 Euro (zwei Festplatten + ein Mainboard)\u00a0und jede Menge Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, es handelt sich hier nicht um einen erotischen Artikel. Es geht um die nackten &#8230; \u00e4hm, die reinen\u00a0Fakten. \ud83d\ude09 Wer also etwas anders als einen technischen Bericht erwartet, sollte woanders suchen. Am Anfang war alles gut.. Anfang\u00a02007 stellte ich mir einen neuen Rechner zusammen. 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